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E-Lyte Interview - Gründen bringt Freiheit und Unabhängigkeit

E-Lyte Innovations ermöglicht leistungsfähige Speicherlösungen für Elektromobilität und Energiewende.


Wie können wir mobil sein, ohne das Klima weiter zu belasten? Wie werden Energiespeicher leistungsfähiger? Und wann kann die Autoindustrie auf Verbrennungsmotoren verzichten? Damit die Energiewende auch technisch möglich wird, arbeitet das Startup E-Lyte Innovations an verbesserten Speicherlösungen mit maßgeschneiderten Elektrolyten. 

„Wir verbessern Energiespeichersysteme und ermöglichen so der Menschheit ein nachhaltigeres Leben“, sagt Dr. Ralf Wagner über die Vision des jungen Unternehmens. Gemeinsam mit Dr. Stephan Röser, Dr. Kolja Beltrop und Sebastian Staiger startete der Wirtschaftschemiker im Mai 2019 in die Selbstständigkeit. „Mit E-Lyte Innovations wollen wir dafür sorgen, dass sich jedes Elektroauto, jedes Schiff, jede Drohne und jedes autonome Flugtaxi auf Basis unserer Elektrolyttechnologie klimaneutral bewegen kann.“ 

Geforscht hatten die Gründer im Rahmen des Batterieforschungszentrums MEET der WWU Münster daran schon länger. Elektrolyte sind ein zentraler Bestandteil einer jeden Batterie und ermöglichen den internen Ladungstransport zwischen beiden Elektroden. Sie sind der Schlüssel, wenn es um die Leistungsfähigkeit von Batterien geht, z.B. beim vieldiskutierten Schnellladen von Elektroautos. Dass es in Europa exakt in diesem Feld einen entsprechenden Markt gibt, erkannte Dr. Ralf Wagner 2017 am Rande einer Tagung. „Ein Teilnehmer wollte von mir wissen, welche Elektrolyte man denn einsetzen könne, wenn Lithium-Ionen-Zellen auch bei höheren Temperaturen funktionieren sollen. Zellhersteller haben offenbar Schwierigkeiten bei der Wahl des richtigen Elektrolyten, wenn die Anwendung abseits des Standards stattfinden soll.“ Denn einen universellen Elektrolyten für alle Anwendungen gibt es nicht.

Daraus entstand die Geschäftsidee, die das Gründerteam mit der Förderung durch das EXIST-Programm weiterentwickelt. „Für uns als Gründerteam ist es essenziell wichtig, schnellstmöglich Markterfahrung zu sammeln und zu evaluieren, ob es wirklich ein Business gibt“, so Sebastian Staiger. Das Business von E-Lyte umfasst drei Bereiche: 1. Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Elektrolytmischungen, 2. die Optimierung und Produktion von maßgeschneiderten Elektrolyten nach Kundenbedürfnissen sowie 3. Servicemessungen und Beratungsleistungen. Damit ist E-Lyte Innovations eines der wenigen Unternehmen in Europa mit diesem Know-how in einem ansonsten asiatisch dominierten Markt. 

Den Rollenwechsel vom Wissenschaftler zum Unternehmer haben die Gründer relativ schnell vollzogen. „Das kommt mehr oder weniger von selbst.“ Dabei war es sicherlich von Vorteil, dass Sebastian Staiger und Dr. Ralf Wagner schon berufliche Erfahrungen in der Industrie gesammelt hatten. „Mit dem Gründungsgesellschafter Custom Cells Itzehoe GmbH haben wir einen Partner, welcher uns in betriebswirtschaftlichen Fragestellungen als auch mit einem Netzwerk an Geschäftskunden, Kontakten zu Zulieferern und Vertriebskanälen unterstützt.“ Dass sie mit Prof. Martin Winter, dem Leiter des Batterieforschungszentrums MEET und des Helmholtz-Instituts Münster, außerdem einen erfahrenen Wissenschaftler an ihrer Seite haben, gibt dem Startup zusätzliche Sicherheit und Stärke.

Ein eigenes Unternehmen zu führen, war für Dr. Ralf Wagner schon lange eine attraktive Perspektive: „Ich hatte schon früh im Studium den Gedanken, dass ich gerne ein eigenes Unternehmen auf die Beine stellen möchte. Ich habe mich bewusst für einen Master entschieden, der neben der Chemie auch betriebswirtschaftliche Themen behandelt. Gründen bringt Freiheit und Unabhängigkeit. Die eigene Arbeit ist bestmöglich investiert.“

DREI FRAGEN AN E-LYTE

Welche Unterstützung ist in der Gründungsphase wichtig?
Hinter jedem Start-up gibt es immer ein essenziell wichtiges Gründerteam. Selbst eine schlechte Idee ist mit einem starken Team erfolgreicher als eine klasse Idee mit einem mittelmäßigen Team. In allen steuerrechtlichen Fragestellungen haben wir uns Hilfe geholt. Hier gilt ein großer Dank Herrn Joostink, der uns mit seiner großen Erfahrung als Coach ehrenamtlich in allen gründungsrelevanten Fragestellungen zur Verfügung stand. Wir werden zusätzlich durch Branchenexperten, Investitionsmanager und Rhetoriktrainer gecoacht, um das Geschäftsmodell sowie die individuellen Führungs- und Leitungskompetenzen kontinuierlich zu verbessern.

Welche Rolle spielt die Nähe zur Uni?
Die Nähe zur Uni und die Möglichkeit der Bearbeitung von Pilotkundenprojekten im Rahmen der EXIST Forschungstransfer Förderung erlaubten es uns, schnell Markterfahrung zu sammeln. Hier sind wir sehr dankbar über die Unterstützung durch unseren Mentor Prof. Martin Winter sowie das gesamte Team des MEET Batterieforschungszentrums. Herr Prof. Winter macht die Unternehmung vor allem über sein großes nationales und internationales Netzwerk bekannt. Mit dem MEET treten wir auch gemeinsam auf Messen auf.

Welche Bedeutung haben Förderungen und Preise? 
Ohne die Förderung hätten wir E-Lyte wie es jetzt ist nicht gründen können. Das Risiko, finanziell zu Scheitern wäre einfach zu hoch gewesen, da von Stunde null an Umsätze hätten generiert werden müssen – und das ist nun mal absolut unrealistisch. Die Auszeichnung mit Preisen ist für uns immer eine sehr große Ehre, Anerkennung und ein riesiger Motivationsschub. Den Erfolg widmen wir immer unseren Wegbegleitern, Unterstützern und vor allem unseren Familien, um Danke zu sagen, da sie so oft am Wochenende und in den Abendstunden auf uns verzichten müssen und uns dennoch rückhaltlos unterstützen.

Beitrag der WWU Münster.

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Elektrolytentwicklung

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